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Einleitung
Die tägliche Praxis, Körper zu lesen und ihre Kundgaben zu verstehen, heißt in der Ideengeschichte "Physiognomik". Das Wort stammt von griech. φυσις/physis = Körper, γνομε/gnome = Wissen, Lehre. Verwendet wird es seit rund zweieinhalbtausend Jahren für die Kunst, aus der gesamten Körpererscheinung, aus Mimik und Körperbau, Stimme und Bewegung, Schlüsse auf zukünftiges Verhalten zu ziehen. Insofern ist die Physiognomik eine echte Konkurrenz zur Traumdeutung, die ebenfalls seit der Antike aus den Träumen bevorstehendes Glück oder Unglück herauslesen will. MEHR
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Die meisten der hier nach und nach als pdf eingefügten Arbeiten zur Physiognomik kreisen um die vielfachen Perspektiven ihrer Ideengeschichte. Und diese ist gewaltig nach Umfang und Diversität. Nimmt man allein das Werk von Johann Caspar Lavater und die Wende vom 18.Jahrhundert zum Ausgangspunkt, so zeigen sich Anschlüsse sowohl an Geographie und Geologie - wie bei Alexander von Humboldt und anderen Geologen -, aber auch an die Neurologie - wie bei Franz Joseph Gall - aber auch an die Psychiatrie - wie bei Alexander Morrison - und schließlich an die klassische und romantische Anthropologie - wie bei Karl Schinkel und Carl Gustav Carus, dem Gynäkologen und Landschaftsmaler und Verfasser eines "Handbuchs der Menschenkenntnis" unter dem Titel Symbolik der Gestalt (1853). Überall spielt zudem die Kunst eine maßgebliche Rolle. MEHR